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Kirchenbezirk

Der Kirchenbezirk

Die Stadt wurde bald zu einem bedeutenden Kirchenplatz, der im Zentrum der Unterstadt seinen abgegrenzten Bezirk hatte. Die Stadtkirche, wohl um 1240 errichtet, erlebte nach 1300 ihre erste Erweiterung samt dem heutigen mächtigen Turmbau (allerdings ohne den heutigen hohen Spitzhelm). Nach 1450 wurde das Seitenschiff angebaut, um 1700 erfolgte die Barockisierung des zuvor gotischen Gotteshauses durch die Hand bedeutender Künstler. 1929 wurde das Gipstonengewölbe wiederum durch eine Holzdecke ersetzt. Zeitweise hatten acht Pfründer hier ihren Altar.

Die Muttergotteskapelle wurde um 1400 an der Stelle des ersten Beinhauses errichtet (Dreikönigsaltar), nach 1450 von der Liebfrauenbruderschaft (Gewandschneider) weitergestaltet mit einem bedeutenden Freskenzyklus, der 1957/8 wieder freigelegt wurde. Nachbildung des Einsiedler Gnadenbildes. Die St. Annakapelle trat nach 1480 an die Stelle des zweiten Beinhauses und wurde vor 1650 erweitert. Grabdenkmäler und seit 1957 Taufkapelle mit schmuckem Taufstein. An der Aussenstirnwand ein (über Ostern geöffneter) Ölberg, nachgotisch-frühbarock. Im gleichen Geviert steht das Organistenhaus, ein von der Liebfrauenbruderschaft vor 1500 errichteter Riegelbau, heute Pfrundhaus der Kath. Kirchgemeinde.

Gegen die Schenkgasse wurde der Bezirk schon in der ersten Zeit abgegrenzt durch Wohnbauten der Geistlichen, zusammengezogen zum Teil in der „alten Pfrund“, dem heutigen „Schwarzschloss“ (Spitzname).
Auch im näheren Umkreis gibt es mehrere solche Riegelbauten, so die Spitalpfrund (später Ehrenkaplanei) und an der Schodolergasse die Antonien-, die St. Michaels- und die St. Annapfrund, dazu die Prädikatur (heute Sigristenhaus). Die Bauzeit für diese Häuser darf zwischen 1460 und 1530 angesetzt werden.

An der Pfarrgasse liegen die Pfarrhelferei (heutiger Bau nach 1530) und der Pfarrhof (vor 1740). Angrenzend auch das St. Klarakloster, hervorgegangen aus einem vom Grafen Rudolf von Habsburg gestifteten Beginenhaus (halbklösterliche Frauenvereinigung), angelegt vor 1400 und in der heutigen Gestalt ausgebaut um 1620. In den Wirren der Französischen Revolution aufgehoben, vorübergehend Wohnsitz von Damen des höchsten französischen Adels, anschliessend städtisches Schulhaus (bis 1895), dann Waisenhaus und heute als Pfarreizentrum durch die Kath. und Ref. Kirchgemeinden genutzt. Die dem Kloster um 1620 angegliederte St. Klarakirche, um 1680 dem Hl. Antonius geweiht („Antoniuskapelle“), ist ein ländlich frühbarocker Saalbau von intimer Raumwirkung.